Dichter-Nun

4. Januar 2009 von Ole

Sonntags-Dienste bei der Zeitung können sehr belastend und anstregend sein. Denn an Sonntagen ist niemand erreichbar. Kein Pressesprecher, kein Bezirksamt, kein Senat, kein Ansprechpartner bei den Gewerkschaften, kein Unternehmens-Boss, niemand. So muss man oft diese Menschen privat anrufen, auf den Anrufbeantworter oder die Mailbox quatschen mit der Hoffnung, dass sie zurückrufen. Manchmal ist es deshalb sehr stressig. Manchmal aber auch weniger. Da hat man teils wenig zu tun. Wie heute. Und dann kommt so etwas dabei raus:

Das Dichter-Nun

Es sprach das Nun:
Das ist unglaubelich
Nichts im Deutschen
Reimt sich auf mich.

Wäre ich ein Brite oder Ami.
Da hätt ich viel zu leimen.
Oder heißt es dichten?
Auf jeden Fall mit Reimen.

So vieles würde zu mir passen.
Schon bald, das heißt in England noon.
Und Mond und mittags,
das sind Moon und Noon.

Und wie es traurig saß,
so ganz allein, das Nun,
da kam des Wegs,
ein Hahn, ein Huhn.

Was sitzt Du hier so traurig,
du hast wohl nichts zu tun?
Wir sind das liebe Federvieh
vom Bauern Alfred Kuhn.

Da war das Nun sehr glücklich
und sprach zu Hahn und Huhn:
Hab jetzt mit Reimen viel zu tun,
denn ich bin nun ein Dichter-Nun.