Otto

27. Februar 2009 von Steffi

Wir werden dich nie vergessen!

 Otto

Für Otto

27. Februar 2009 von Ole

Es war in Erfurt, kurz nach der Wende. In meiner Wohnung in der Ernst-Toller-Straße. Wir haben Einweihung und meinen Geburtstag gefeiert. Ich hatte die Wohnung zusammen mit Langi zuerst saniert, dann renoviert. Eine Wand herausgerissen, einen Tresen gemauert. Auch ein paar Fliesen hab ich angeklebt. Mehr schlecht als recht. Die Stelle sah fürchterlich aus. Dann kamst Du. Mensch Ole, haste gesagt, ich hab da so eine Idee. Bist nochmal losgegangen. Kamst wieder mit einem Heiligtum von Dir. Eine Südstaatenflagge. Die haben wir dann zusammen über den Schandfleck gehangen. Dort hing sie noch lange, wie auch noch in zwei Folgewohnungen. Nun hängt sie nicht mehr an der Wand. Aber ich hab sie noch. Und werde sie immer behalten. In Erinnerung an Dich, Otto.

Ole

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Otto

21. Februar 2009 von Steffi

Meine Gedanken kreisen derzeit täglich nach Fulda zu Otto und Birgit. Ich denke oft an früher. Was haben wir für schöne Zeiten zusammen verbracht. Im Mai vor 3 Jahren, da war noch alles in Ordnung, wie bei jedem von uns. Und dann … Ich weiß nicht, es ist so traurig Otto so zu sehen, so zu hören und doch möchte man ihm viel Kraft mit auf seine Reise geben. Otto der uns immer mit seinen Kenntnissen in der Musikbranche jedes Jahr zum Männertag mit einem CD Mix überraschte und das dann schon zu seinem gewohnten Ritual wurde. Als ich im November bei Ottos war, bastelte er schon an seiner nächsten und wie er mir sagte, vielleicht letzen für uns zusammengestellten CD und er wüßte auch nicht, ob er es noch schaffe. Das gab mir einen ganz schönen Stich. Was soll man da sagen? Ich wußte es nicht, freute mich aber, dass er immer noch daran arbeitete. Jetzt im Februar war ich nochmal da. Gedrückte Stimmung. Otto geht es nicht wirklich gut. Wir waren eine Stunde spazieren und redeten viel, fast zuviel für Otto, danach hatte er große Schmerzen. Er sprach aber mal aus seiner Seele heraus. Das er Angst hat und wie das wohl ist mit dem Sterben. Ich konnte es ihm leider nicht sagen. Ich versuchte, so normal wie möglich damit umzugehen, aber das war nicht einfach. Die Ärzte haben keine Therapie mehr für ihn, die das Blatt nochmals wenden können. Otto hat so gekämpft bis zum heutigen Tag. Allerdings sagte er mir, er merkt wie ihm die Kraft weg geht und das so innerlich. Er möchte so gern noch da bleiben aber er hat das Unausweichliche wohl so angenommen oder annehmen müssen. Wir sprachen über die alten und auch heutigen Zeiten. Später sagte er, es hat auch gut getan – das Reden. Diese Hilflosigkeit, die ich auch sehr genau kenne, die kann einen wahnsinnig machen. Was ich weitergeben konnte, aus meiner auch jetzt noch schweren Zeit – einfach nur dasein, zuhören und nicht allein lassen in so einer schweren Zeit. Ich weiß jetzt schon, wir werden ihn sehr vermissen.